Weltmeisterschaft 2019

Frankreich, Le Dorat, 04. - 07. Juli 2019


Bericht von der Weltmeisterschaft

Schafschur-Weltmeisterschaft in Frankreich

 

Als der walisische Manager mit glasklarer Tenorstimme die Hymne von Wales anstimmte, verstummte das prall gefüllte Scherstadion in Le Dorat schlagartig. Alle im Stadion anwesenden Waliser versammelten sich Fahnenschwenkend vor der Schertribüne und stimmten ein. Überwältigende Momente für alle Zuschauer und Teilnehmer der diesjährigen Weltmeisterschaft im Schafe scheren & Woolhandling und ganz besonders für die Waliser. Denn erstmalig in der Geschichte geht der große Titel nach Wales.

 

Richard Jones heißt der neue Scherweltmeister und sein Sieg kam für viele überraschend. Die beiden Topfavoriten Roland Smith und Cam Ferguson aus Neuseeland kamen auf Platz 2 und 3. Sie schoren ihre 20 Finalschafe in weniger als 15 min. Richard Jones wurde nur als vorletzter fertig (15.30min) aber die Qualität seiner geschorenen Schafe machten ihn schließlich zum Weltmeister. In weiterer Platzierung: Ivan Scott (Irland) 4, Calum Shaw (Schottland) 5, Jack Robinson (Nordirland) 6.

 

Das Teamscheren gewannen die Schotten durch Gavin Mutch & Calum Shaw vor den Walisern Richard Jones & Alun Lloyd-Jones und den Neuseeländern.

 

Auch das Woolhandling entschieden die Waliser für sich. Aled Jones beeindruckte während des ganzen Wettbewerbes mit seinen hervorragend fest gerollten Wollbündeln. Dennoch war der junge Waliser nach der ersten Vorrunde nur auf Platz 19, nach der zweiten dann auf Rang 3. Er schaffte es nur knapp ins Halbfinale konnte sich dann aber klar absetzten. Aled Jones gewann den Weltmeistertitel verdient und souverän vor der Schottin Rosie Kennan (2.) und den beiden Neuseeländerinnen Pagan Karauria (3.) und Sheree Alabaster (4.).

 

Dafür gewannen die beiden Neuseeländerinnen den Teamwettbewerb im Woolhandling vor Schottland mit Rosie Kenann & Audrey Lamb und den Französinnen Lucie Grancher & Adele Lemercier.

 

Das Blade scheren (Scheren mit der Handschere) gewann der Neuseeländer Allan Oldfield. In einem absolut packendem Blade Scherfinale wurde der junge Neuseeländer mit über einem Schaf Vorsprung vor dem bis dahin amtierenden Weltmeister Mayenseke Shweni aus Südafrika fertig. Er gewann den Wettbewerb vor den beiden Südafrikanern Mayenseke Shweni 2, Bonile Rabela 3 und seinem Teamkollege Tony Dobbs 4. Der hatte 1992 zuletzt bei einer Weltmeisterschaft für Neuseeland im Blade scheren gewonnen. Danach gingen die Weltmeistertitel lückenlos nach Südafrika (Südafrika und Lesotho).

 

Im Teamwettbewerb konnten sich die beiden Neuseeländer ebenfalls gegenüber den Südafrikanern und dem Vater -Sohn Team Andrew & George Mudge aus England durchsetzen.

 

Weltmeisterschaften im Schafe scheren und Woolhandling finden alle 2-3 Jahre statt. Pro Land können je zwei für das Maschinenscheren, Blades (scheren mit der Handschere) und im Woolhandling starten. Außerdem können zwei Richter gesandt werden und ein Manager. In Deutschland qualifizieren sich die Weltmeisterschaftsteilnehmer im Rahmen der deutschen Meisterschaft, die alle zwei Jahre ausgerichtet wird.

 

Das deutsche Team für Frankreich bestand aus Emanuel Gulde & Felix Riedel (beide Baden-Württemberg) Maschinen scheren, Michael Gertenbach (Niedersachsen) Blades, Stefanie Kauschus (Sachsen- Anhalt) & Sarah Plogmann (Niedersachsen) Woolhandling. Als Richter waren dabei Fred Wachsmuth (Niedersachsen) & Thomas Müller (Rheinland-Pfalz). Organisiert wurde das Team von Anette Wohlfarth aus Baden-Württemberg. Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft starteten 34 Nationen mit über 3oo Teilnehmer.

 

Die Woche begann am Montagabend mit einem speed shear Wettbewerb im Zentrum von Limoges. Beim speed shear geht es darum, ein Lamm so schnell wie möglich zu scheren. Jack Fagan aus Neuseeland schaffte das in 19 Sekunden.

 

Der Dienstag war als Trainingstag für alle Weltmeisterschaftsteilnehmer vorgesehen. Die Scherer fuhren in kleinen Gruppen auf verschiedene Betreibe im Umland und konnten sich dort mit den französischen Schafen vertraut machen.

 

Die Woolhandler fuhren gemeinschaftlich auf eine Farm, um die Wolle zu inspizieren, auf Tische zu werfen und zu rollen. Die Richter wurden an dem Tag auch separat eingewiesen.

 

Am Donnerstag begannen die offenen Wettbewerbe, zu denen sich jeder frei anmelden konnte. Neben den Weltmeisterschaftsteilnehmern, die diese Wettbewerbe gern als Übungslauf in Anspruch nehmen, starteten noch 8 weitere Deutsche. Alle Disziplinen waren mit deutscher Beteiligung. Im Intermediate Scheren starteten gleich 6 deutsche Scherer/innen.

 

Freitagabend fand der erste Weltmeisterschafts-Vorlauf der Maschinenscherer statt. Die Maschinenscherer schoren drei Vorläufe die Blade Scherer und Woolhandler hatten zwei Vorläufe.

 

Am Sonntagabend wurden die neuen Weltmeister bekanntgegeben und gefeiert. Die Preisverleihung war umrahmt von einem pompösen Abschlussprogramm. Mit einem Feuerwerk um 24 Uhr wurde die französische Weltmeisterschaft offiziell als beendet erklärt. Die nächste Weltmeisterschaft im Schafescheren & Woolhandling findet 2022 ebenfalls in Europa statt. Nämlich im Rahmen der Royal Highland Show in Schottland.

 

Weltmeisterschaft (Wertungen/Platzierungen)

Maschinen scheren

1. Richard Jones – Wales

2. Rowland Smith – Neuseeland

3. Cam Ferguson – Neuseeland

4. Ivan Scott – Irlan

5. Calum Shaw - Schottland

6. Jack Robinson – Nordirland

23. Emanauel Gulde – Deuschland

28. Felix Riedel – Deutschland

 

Maschinen scheren Team

1. Schottland: Gavin Mutch/Calum Shaw

2. Wales: Alun Lloyd-Jones/Richard Jones

3. Neuseeland: Rowland Smith/Cam Ferguson

4. England: Stuart Connor/Adam Berry

5. Frankreich: Loïc Leygonie/Thimoléon Resneau

6. Nordirland: Jack Robinson/Ian Montgomery

 

Blade Scheren

1. Allan Oldfield – Neuseeland

2. Mayenseke Shweni – Südafrika

3. Bonile Rabela – Südafrika

4. Tony Dobbs – Neuseeland

5. John Dalla – Australien

6. Andrew Mudge – Endland

32. Michael Gertenbach - Deutschland

 

Blade scheren Team

1. Neuseeland: Allan Oldfield/Tony Dobbs

2. Südafrika: Bonile Rabela/Mayenseke Shweni

3. England: Andrew Mudge/George Mudge

4. Australien: Ken French/John Dalla

5. Irland: Peter J Heraty/Martin Hopkins

6. Schottland: Mark Armstrong/William Craig

 

Woolhandling

1. Aled Jones - Wales

2. Rosie Kennan - Schottland

3. Pagan Karauria - Neuseeland

4. Sheree Alabaster - Neuseeland

15. Stefanie Kauschus - Deutschland

26. Sarah Plogmann - Deutschland

 

Woolhandling Team

1. Neuseeland: Pagan Karauria/Sheree Alabaster

2. Schottland: Audrey Lamb/Rosie Keenan

3. Frankreich: Adèle Lemercier/Lucie Grancher

10. Deutschland: Stefanie Kauschus/Sarah Plogmann

 

All nation Wettbewerbe

Junior Scheren (29 Teilnehmer/innen)

Karolin Bünting 5. Platz (Finale)

Eileen Linke 16. Platz

 

Intermediate Scheren (55 Teilnehmer/innen)

Sven Scheffler 5. Platz (Finale)

Sven Voigt 8. Platz (Halbfinale)

Nico Wohlfarth 12. Platz (Halbfinale)

Christian Zill 17. Platz

Simon Mogg 29. Platz

Cordula Ihring 30. Platz

 

Senior Scheren (60 Teilnehmer/innen)

Emanuel Gulde 17. Platz (Halbfinale)

Felix Riedel 23. Platz

 

Frauen Scheren (36 Teilnehmerinnen)

Karolin Bünting 17. Platz

Eileen Linke 25. Platz

 

Blade Scheren (53 Teilnehmer)

Karolin Bünting 39. Platz

Micheal Gertenbach 46. Platz

 

Senior Woolhandling (21 Teilnehmer/innen)

Sarah Plogman 14. Platz

Cordula Ihring auf 20. Platz

 

Open Woolhandling (30 Teilnehmer/innen)

Stefanie Kauschus 8. Platz (Halbfinale)

 

 

Text: Stefanie Kausschuss

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Bericht von der SchurWM 2019 - Frankreich
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Das deutsche Team für die Weltmeisterschaft



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